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Heckenschneiden für
den Mörder
ARD-Tatort in Hannover:
Gärtner aus Stöcken sorgt für die angemessene
Kulisse
Morgen kommt der
Hannover-Tatort: Kommissarin Lindholm ermittelt in
einem Kleingarten. Die NP sah die Folge vorab und
sprach mit dem Filmset-Gärtner aus Stöcken.
VON FABIAN MAST
HANNOVER. Es geschah am
helllichten Septembertag: Das Telefon in der
Friedhofsgärtnerei Brackmann in Stöcken klingelt,
eine Nummer aus Hamburg blinkt auf dem Display.
Für gewöhnlich ist das nicht die Gegend, aus der
die Kundschaft von Gärtnermeister
Friedrich-Wilhelm Brackmann kommt. Aber von
gewöhnlich will bei diesem Auftrag ohnehin niemand
sprechen.
„Ein Filmproduzent vom
NDR war am Apparat“, sagt Brackmann. Der
Gärtner solle bei einer Tatort-Folge mitwirken.
„Ich dachte erst an ,Versteckte Kamera'.“ Aber er
ist neugierig, lässt sich auf ein Treffen ein. Die
Krimi-Macher meinen es todernst, Brackmann soll
die mörderische Kleingartenkulisse mit seiner
Expertise herrichten. „Am Freitag kam das Fax mit
der Auftragsbestätigung, am Montag haben wir mit
der Arbeit losgelegt.“ Tatort Kleingartenanlage
Berggarten (Herrenhäuser Gärten): Am ersten
Vormittag holen Brackmann und sein Team „eine
Tonne Wurzelwerk aus der Erde“. Und Hecken
schneiden sie, „einen Kilometer lang“. Am
schwierigsten war das Gemüsebeet - dort, wo
Tatortstar Maria Furtwängler einen Haufen Knochen
finden wird. Aber woher Rosenkohl, Paprika,
Zucchini und Kürbis nehmen, noch dazu mit reifen
Früchten? „Wir liehen uns was vom Botanischen
Schulgarten, außerdem wurden wir in Gewächshäusern
fündig“, sagt Brackmann.
Nach drei Tagen und mit
Hilfe von vier Mann ist aus einem Stück Wildnis
ein Vorzeige-Kleingarten geworden. Alles
streng nach Vorgabe: Die Tatort-Leute haben eine
sehr genaue Vorstellung davon, wo sie jemanden um
die Ecke bringen wollen. Blutrot lassen sie die
Gartenpforte für die Tatort-Kommissarin streichen:
„Es sollte ein bisschen Farbe rein.“ Einmal fahren
sie gemeinsam zur Baumschule, Gehölze aussuchen.
Nur die Blumen sucht Brackmann selber aus - aus
seinem eigenen Garten.
Und Furtwängler?
„Zurückhaltend, aber sehr nett.“ Monatelang
hängt ihre Autogrammkarte in seinem Laden an der
Stöckener Straße. Doch dann nimmt Brackmann das
Foto ab. Der Auftrag ist Geschichte.
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